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Gewalt ist leider ein aktuelles und ständiges Thema

«Es wird Zeit, dass sich auch Män­ner ver­mehrt gegen das Patri­ar­chat auf­leh­nen», die­sen Satz lese ich in der Zei­tung des Christ­li­chen Frie­dens­diens­tes (cfd). Er hängt zusam­men mit der Kam­pa­gne «16 Tage gegen Gewalt an Frauen», die seit 10 Jah­ren immer im Novem­ber star­tet. Warum im Novem­ber?

 Der 25. Novem­ber ist der inter­na­tio­nale Tag gegen Gewalt an Frauen und der 10. Dezem­ber ist der Tag der Men­schen­rechte. Mit der Ver­bin­dung die­ser bei­den Daten wird eine Brü­cke vom Süden in den Nor­den gebil­det und dar­auf hin­ge­wie­sen, dass Frau­en­rechte Men­schen­rechte sind. Über 80 Menschenrechts- und Frauen-Organisationen betei­li­gen sich an die­ser Kam­pa­gne, die vom Christ­li­chen Frie­dens­dienst koor­di­niert wird. Wäh­rend die­ser Zeit sol­len die männ­li­chen Pri­vi­le­gien hin­ter­fragt wer­den. Die Kam­pa­gne soll beleuch­ten, wie eng die Vor­stel­lun­gen zu Männ­lich­keit mit Gewalt ver­knüpft sind. Des­halb wer­den sich auch Männer-Organisationen an der Kam­pa­gne betei­li­gen.

 

Meine Auf­merk­sam­keit hat sich noch auf eine wei­tere Mel­dung gerich­tet. In der gerade zu Ende gehen­den Ses­sion hat sich das Eid­ge­nös­si­sche Par­la­ment zu einem bes­se­ren Schutz von Gewalt­op­fern ent­schie­den. 2017 sind über 17‘000 Straf­ta­ten von häus­li­cher Gewalt regis­triert wor­den und 21 Men­schen sind gestor­ben, die meis­ten davon Frauen. 2017 gab es 38’794 Bera­tungs­fälle durch aner­kannte Opferhilfe-Beratungsstellen. Die Bera­tun­gen wur­den mehr­heit­lich von weib­li­chen Opfern in Anspruch genom­men (70%). Nun will das Par­la­ment die Opfer von häus­li­cher Gewalt und Stal­king bes­ser schüt­zen. Das Ziel ist, Kontakt- und Rayon­ver­bote bes­ser durch­zu­set­zen. Seit zehn Jah­ren kön­nen Gerichte bei Dro­hun­gen oder Stal­king sol­che Ver­bote ver­hän­gen. Künf­tig sol­len sie auch anord­nen kön­nen, dass der Stal­ker oder die Stal­ke­rin eine elek­tro­ni­sche Fuss­fes­sel oder ein elek­tro­ni­sches Arm­band tra­gen. Damit kann auf­ge­zeich­net wer­den, wo sich die Per­son auf­hält. Eine elek­tro­ni­sche Fuss­fes­sel kann für höchs­tens jeweils sechs Monate ange­ord­net wer­den, doch ist eine Ver­län­ge­rung um bis zu sechs Monate mög­lich. Es sind noch wei­tere ein­zelne neue wich­tige Ent­schei­dun­gen zuguns­ten des Opfers gemacht wor­den. Doch nun muss der Stän­de­rat noch Stel­lung neh­men zum Gesetz.

 

Oft­mals schä­men sich Opfer zuzu­ge­ste­hen, dass sie betrof­fen sind von häus­li­cher Gewalt. Es gibt aber in jedem Kan­ton Bera­tungs­stel­len, die Opfer häus­li­cher Gewalt bera­ten und nach den Mög­lich­kei­ten des Opfer­hil­fe­ge­set­zes Unter­stüt­zung anbie­ten. Wenn wir Per­so­nen ken­nen - Frauen oder Män­ner - die von Gewalt betrof­fen sind, soll­ten wir sie ermu­ti­gen, Hilfe zu holen. Im Inter­net fin­det man die ent­spre­chen­den Adres­sen.

 

Mar­grit Wälti, Co-Präsidentin EVP Bezirk Andel­fin­gen