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Gemeinsame Erlebnisse fördern die Beziehungskompetenz - Von Klassenlagern und Schulreisen

Wo waren Sie in der Pri­mar­schule im Klas­sen­la­ger, wo in der Ober­stufe? Woran erin­nern Sie sich noch? Ich hoffe, dass Ihre Erin­ne­run­gen Sie sogleich in eine gute Stim­mung ver­set­zen.

"Schul­reise, Klas­sen­la­ger, Exkur­sion nach Bern, Sezie­ren, Ski­la­ger, Besuch im Fern­seh­stu­dio, Lehr­stelle gefun­den", das sind Stich­worte, die bei den meis­ten mei­ner Schü­le­rin­nen und Schü­ler auf dem per­sön­li­chen Pla­kat stan­den, als sie ihre "High­lights" aus den ver­gan­ge­nen drei Ober­stu­fen­schul­jah­ren auf­schrie­ben. Vor allem fiel mir auf, dass bei den meis­ten der Fokus auf den Lagern und Aus­flü­gen war. Auf die Frage, wieso dem so sei, ant­wor­te­ten die Ler­nen­den, dass es ein­fach "cool" sei, Sachen mit­ein­an­der zu unter­neh­men.

 

Ich war schon etwas erstaunt, dass sie das Schwer­ge­wicht so gelegt hat­ten, es zeigt mir aber auch, dass Schule mehr Erleb­nis­schule sein sollte, dass Kopf, Herz und Hand mehr Platz haben soll­ten. In diese Kate­go­rie gehört das Sezie­ren oder das Zusam­men­set­zen eines Gelen­kes aus Papier­tei­len, von dem mir die Ler­nen­den schon Tage vor­her erzählt hat­ten oder eben auch das Rei­sen mit­ein­an­der. Wenn die Klasse zusam­men unter­wegs ist, wer­den Bezie­hun­gen ver­tieft. Gerade auch in den abend­li­chen Zim­mer­ge­sprä­chen wird über manch Per­sön­li­ches aus­ge­tauscht, das kit­tet. Kon­flikte müs­sen gelöst wer­den und wenn dies auf eine gute Weise gelingt, wächst der Zusam­men­halt. Im Ski­la­ger gesche­hen auch klas­sen­mäs­sige Durch­mi­schun­gen, die sich dann wie­derum posi­tiv auf den Schul­all­tag und das Schul­haus­klima aus­wir­ken; man kennt die Leute und fühlt sich woh­ler.

 

In einer Zeit, in der manch­mal über die Abschaf­fung von Lagern nach­ge­dacht wird, macht mich hell­hö­rig, wie wich­tig Aus­flüge sind. Nach neus­ter Bil­dungs­for­schung trägt u.a. ein gutes Klas­sen­klima wesent­lich zu einer hohen Leis­tungs­mo­ti­va­tion und zum Lern­er­folg eines Kin­des bei. Die­ses wird im Schul­all­tag, auf Aus­flü­gen und in einem Klas­sen­la­ger geför­dert. Und eine Beob­ach­tung kann ich mir, auch wenn die Schü­le­rin­nen und Schü­ler sie nicht gerne hören, nicht ver­knei­fen: Ohne Handy in der Hand ent­ste­hen mit der Zeit neue Spiele und Spiel­va­ri­an­ten und die Gesprä­che zwi­schen den Schü­le­rin­nen und Schü­lern errei­chen ein ande­res Level an Tief­gang. Eben­falls fest­ge­stellt habe ich, dass es zuwei­len auch die ein­fa­chen „Dinge“ sind, die fas­zi­nie­ren: der Blick vom Müns­ter­turm, das Baden im See und das Brä­teln danach, ein­fach das Zusam­men­sein und das Miteinander-Reden-Können.

 

Ihnen wün­sche ich viele gemein­same Erleb­nisse in den Ferien mit Ihren Freun­den, Kin­dern, Paten- oder Gross­kin­dern.

 

Chris­tina Fur­rer, Heng­gart,

EVP-Mitglied, Ober­stu­fen­leh­re­rin