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Freiwillig gegen Lebensmittelverschwendung

Der Bun­des­rat wird einen Akti­ons­plan aus­ar­bei­ten, der Wege zur Ver­mei­dung von Lebens­mit­tel­ver­schwen­dung auf­zeigt. Damit kön­nen Bestre­bun­gen koor­di­niert und neue Mass­nah­men lan­ciert wer­den.

Frei­wil­lig gegen Lebens­mit­tel­ver­schwen­dung

Der Bun­des­rat wird einen Akti­ons­plan aus­ar­bei­ten, der Wege zur Ver­mei­dung von Lebens­mit­tel­ver­schwen­dung auf­zeigt. Damit kön­nen Bestre­bun­gen koor­di­niert und neue Mass­nah­men lan­ciert wer­den. Der Natio­nal­rat hat ein ent­spre­chen­des Pos­tu­lat von Isa­belle Che­val­ley (GLP/VD) ange­nom­men. Sie erin­nerte daran, dass sich die Schweiz mit der Agenda 2030 ver­pflich­tet habe, die Lebens­mit­tel­ver­schwen­dung bis 2030 um 50 Pro­zent zu ver­rin­gern.

Lebens­mit­tel­ver­schwen­dung? Viel­leicht ergeht es Ihnen beim Lesen die­ser Zei­len wie mir, dass Sie sich fra­gen wo Sie denn Lebens­mit­tel ver­schwen­den. Wer­fen wir einen kur­zen Blick auf die Infor­ma­tio­nen dazu: Wenn wir die Ver­schwen­dung auf die Schwei­zer Bevöl­ke­rung hoch­rech­nen, ergibt sich die stolze Zahl von 2’460’000’000 kg Lebens­mit­tel oder rund 300 kg pro Per­son.
Es gibt einige erstaun­li­che Fak­ten zu den 300 kg Lebens­mit­tel, die fort­ge­wor­fen wer­den: 135 kg sind Reste im Haus­halt, die nicht mehr ver­wer­tet wer­den, 90 kg ent­ste­hen bei der Ver­ar­bei­tung (z.B. Über­pro­duk­tion), 39 kg bei der Pro­duk­tion (z.B. Früchte, die nicht der Norm ent­spre­chen). Dage­gen erschei­nen die 15 kg, die je in der Gas­tro­no­mie und durch abge­lau­fene Pro­dukte ent­ste­hen eher klein. Zum Ver­gleich: In der Schweiz wer­den 45% im Haus­halt weg­ge­wor­fen, in Kenia sind es 5%.

In Ent­wick­lungs­län­dern feh­len oft Mit­tel und Mög­lich­kei­ten bei der Pro­duk­tion und bei der Lage­rung, dadurch ist der Ver­lust in die­sen Berei­chen sehr gross. Bei uns ist es oft unser Kon­sum­ver­hal­ten: Wir wol­len nur nor­mierte Pro­dukte und kau­fen ten­den­zi­ell zu viel ein. Dies hat auch Aus­wir­kun­gen auf andere: Zwi­schen 40 und 50% der Lebens­mit­tel, die wir in der Schweiz kon­su­mie­ren, wer­den impor­tiert, teils aus Län­dern, wo Hun­ger­not herrscht. Je grös­ser die Nach­frage bei uns, desto mehr feh­len diese Nah­rungs­mit­tel dort, wo die Lebens­mit­tel knapp sind. Je grös­ser die Nach­frage nach Lebens­mit­teln in den indus­tri­el­len Staa­ten, desto mehr stei­gen die Preise. Das hat zur Folge, dass sich viele Leute nicht mehr leis­ten kön­nen, genü­gend Kalo­rien und Nähr­stoffe zu sich zu neh­men.

Lebens­mit­tel­ver­schwen­dung muss je nach Land anders bekämpft wer­den: In der Schweiz braucht es eine Ver­än­de­rung in den Haus­hal­ten und bei der Über­pro­duk­tion, fal­len doch in die­sen bei­den Berei­chen drei Vier­tel der Lebens­mit­tel an. Ent­wick­lungs­län­der brau­chen Hilfe bei der Ernte und Lage­rung der Lebens­mit­tel, damit nicht dort schon ein Gross­teil ver­dirbt, bevor es in den Ver­kauf kommt.

Begin­nen wir auf frei­wil­li­ger Basis den Ver­lust zu ver­rin­gern. Hier einige ein­fa­che Tricks gegen Lebens­mit­tel­ver­schwen­dung:
- Kühl­schrank sor­tie­ren! Ältere Sachen kom­men nach vorne
- Nie hung­rig ein­kau­fen!
- Res­ten ver­wer­ten (z. B. Suppe)
Wei­tere Infos:
www.foodwaste.ch

 

Urs Mül­ler, Co-Präsident, EVP Bezirk Andel­fin­gen