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Faire Anstellungsbedingungen und mehr Ressourcen für den Kindergarten!

Ja, es beschäf­tigt mich, dass Kin­der­gar­ten­lehr­per­so­nen immer mehr leis­ten und abde­cken müs­sen, aber vom Kan­ton, wenn über­haupt, nur sehr beschränkt Res­sour­cen zuge­spro­chen erhal­ten. Ja, ich finde, es besteht Hand­lungs­be­darf. Wieso?

Faire Anstel­lungs­be­din­gun­gen und mehr Res­sour­cen für den Kin­der­gar­ten!

Ja, es beschäf­tigt mich, dass Kin­der­gar­ten­lehr­per­so­nen immer mehr leis­ten und abde­cken müs­sen, aber vom Kan­ton, wenn über­haupt, nur sehr beschränkt Res­sour­cen zuge­spro­chen erhal­ten. Ja, ich finde, es besteht Hand­lungs­be­darf. Wieso?

Auf­grund von Har­moS wurde der Stich­tag für den Kin­der­gar­ten­ein­tritt schritt­weise ver­scho­ben und liegt ab 2020 auf dem 31. Juli. Somit kön­nen Kin­der bereits im Alter von knapp vier Jah­ren in den Kin­der­gar­ten ein­tre­ten, also min­des­tens ein Vier­tel­jahr frü­her als üblich. Die Kin­der brau­chen des­halb oft eine inten­si­vere Beglei­tung durch die Lehr­per­son, weil sie von ihrer Ent­wick­lung her in ver­schie­de­nen Berei­chen die Eigen­stän­dig­keit nicht haben, die der Kin­der­gar­ten mit nur einer Kin­der­gar­ten­lehr­per­son vor­aus­setzt. Je jün­ger die Kin­der sind, desto höher ist der Schu­lungs­auf­wand. Um den Alters­un­ter­schied auf­zu­fan­gen, braucht es drin­gend neue Res­sour­cen wie z.B. eine Klas­se­nas­sis­tenz, das Team­teaching und eine Ver­klei­ne­rung der Klas­sen.

Durch das Inkraft­tre­ten des neuen Berufs­auf­trags 2017/18 wer­den 24 Wochen­lek­tio­nen neu durch einen Beschäf­ti­gungs­grad von 88% abge­deckt. Lei­der wer­den die beson­de­ren Unter­richts­se­quen­zen sowie die Gege­ben­hei­ten der Kin­der­gar­ten­stufe wie z.B. Auf­fang­zei­ten und beglei­tete Pau­sen nicht berück­sich­tigt und nicht ent­schä­digt. Denn Lehr­per­so­nen der Kin­der­gar­ten­stufe arbei­ten durch­gän­gig ohne Pau­sen, weil sie die Kin­der nicht unbe­auf­sich­tigt las­sen dür­fen. Die bis anhin geleis­tete «Gra­tis­ar­beit» soll als Arbeits­zeit ange­rech­net wer­den, somit ist auch die Arbeit in einem Voll­pen­sum mög­lich. Obwohl die Kin­der­gar­ten­lehr­per­son die glei­che Aus­bil­dung wie die Pri­mar­leh­re­rin hat, ist sie nach wie vor eine Lohn­klasse tie­fer ein­ge­stuft. Auch da besteht drin­gen­der Hand­lungs­be­darf.

Die Tätig­keit in einem Kin­der­gar­ten ist kom­plex: Die Kin­der wer­den auf ver­schie­de­nen Ebe­nen geschult und die Kin­der­gar­ten­lehr­per­son ent­schei­det meist als erste Per­son, wel­che Kin­der spe­zi­ell geför­dert wer­den müs­sen. Sie gleist ver­schie­dene The­ra­pien auf, trifft beson­dere Mass­nah­men, sucht mit unter­schied­li­chen Fach­per­so­nen das Gespräch und trifft erste Schul­lauf­bahn­ent­scheide, die oft weg­wei­send sind.

Die­ser anspruchs­vol­len Auf­gabe soll Rech­nung getra­gen wer­den. Ich gehe davon aus, dass uns die För­de­rung der Kin­der wich­tig ist und erwarte von kan­to­na­ler Ebene die Ein­füh­rung von ange­pass­ten Unter­stüt­zungs­mass­nah­men. Zeit­weise ist es bereits jetzt schwie­rig, aus­ge­bil­dete Lehr­per­so­nen für den Kin­der­gar­ten zu fin­den. Stop­pen wir diese Ten­denz auch dadurch, indem bald ein vol­les Pen­sum ermög­licht wird und faire Löhne bezahlt wer­den. Andere Kan­tone haben dies bereits angepackt- zie­hen wir nach!

 

Chris­tina Fur­rer, Sekun­dar­leh­re­rin
EVP-Nationalratskandidatin